Im Gegensatz zum klassischen Urlaubscamping steht beim Dauercamping der Wohnwagen oder das Mobilheim nicht nur für ein paar Wochen im Jahr auf einem Campingplatz, sondern das ganze Jahr über an einem festen Stellplatz. Viele Dauercamper richten sich ihr kleines Domizil dementsprechend mit Möbeln, Elektrogeräten, einer festen Kücheneinrichtung und oft auch einem Vorzelt oder einer kleinen Terrasse, die dauerhaft genutzt wird, ein. Die dauerhafte Nutzung, die beim gelegentlichen Urlaubscamping kaum eine Rolle spielt, wirft dabei folgende Frage auf: Wie ist der gesamte Hausrat am Stellplatz versichert?
Was beim Dauercamping als Hausrat zählt
Als Hausrat zählt beim Dauercamping die gesamte Einrichtung im Wohnwagen oder Mobilheim selbst, also Möbel, Matratzen, Küchengeräte, Fernseher, Kühlschrank und all die kleinen und großen Gegenstände, die ein Zuhause ausmachen. Hinzu kommt in vielen Fällen der Inhalt des Vorzelts, das bei Dauercampern häufig als zusätzlicher Wohn- oder Abstellraum dient, wenn dieses abgeschlossen werden kann. Auch Gegenstände, die dauerhaft auf der Terrasse oder in einem angebauten Schuppen lagern, zählen zum Hausrat. Zusätzlich gehören persönliche Dinge wie Kleidung, Sportausrüstung oder Fahrräder zum versicherbaren Hausrat. Die Hausratversicherung betrifft damit ausschließlich das, was sich darin und drumherum befindet.
Warum klassische Versicherungen hier nicht ausreichen
Wer bereits eine Hausratversicherung für die eigentliche Hauptwohnung besitzt, könnte annehmen, dass diese auch den Inhalt des Wohnwagens mitversichert. In der Praxis ist das jedoch fast nie der Fall. Eine reguläre Hausratversicherung ist an die im Vertrag genannte Wohnadresse gebunden und deckt üblicherweise nur Gegenstände ab, die sich dort oder vorübergehend außerhalb davon befinden, etwa im Rahmen einer kurzfristigen Außenversicherung. Ein dauerhaft an einem anderen Ort stehender Wohnwagen mit eigenem Hausrat fällt aus diesem Rahmen heraus und ist damit in der Regel nicht mitversichert. Auch die Wohnwagen-Kaskoversicherung hilft an dieser Stelle nicht weiter, denn sie schützt ausschließlich das Fahrzeug selbst, etwa bei Unfall-, Sturm- oder Brandschäden am Wohnwagen, nicht aber dessen Inneneinrichtung oder die persönlichen Gegenstände darin. Zwischen diesen beiden Versicherungsarten klafft also eine Lücke, die für Dauercamper besonders relevant ist, da bei ihnen naturgemäß deutlich mehr Wert am Stellplatz zusammenkommt als bei jemandem, der nur gelegentlich für einen Kurzurlaub campt.
Die Dauercampingversicherung als Empfehlung
Genau an dieser Lücke setzt die Dauercampingversicherung an, und sie ist es, die für die besondere Situation von Dauercampern am ehesten geeignet ist. Anders als eine allgemeine Camping-Zusatzversicherung, die auf kurzfristige Reisen und wechselnde Standorte ausgelegt ist, berücksichtigt die Dauercampingversicherung von vornherein, dass der Wohnwagen dauerhaft an einem festen Platz steht und dort auch über längere Zeiträume unbewohnt bleiben kann, etwa außerhalb der Hauptsaison. Sie deckt in der Regel den kompletten Hausrat im Wohnwagen ebenso ab wie den Inhalt von Vorzelt und Außenbereich, was bei Dauercampern besonders wichtig ist, da dort oft ein erheblicher Teil des Eigentums lagert. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass viele Tarife eine ganzjährige Deckung bieten, ohne dass die Absicherung während der Wintermonate oder bei längerem Leerstand automatisch eingeschränkt wird, wie es bei saisonalen Policen häufig der Fall ist. Zudem beinhaltet eine gute Dauercampingversicherung eine Haftpflichtversicherung, die Schäden abdeckt, die man selbst Dritten auf dem Campingplatz zufügt, etwa wenn durch einen Wasserschaden am eigenen Wohnwagen der Nachbarstellplatz in Mitleidenschaft gezogen wird. In der Gesamtbetrachtung bietet die Dauercampingversicherung damit ein Schutzniveau, das speziell auf die Lebensrealität des Dauercampens zugeschnitten ist, während eine gewöhnliche Camping-Zusatzversicherung diese Besonderheiten oft nur unzureichend berücksichtigt.
Was die Dauercampingversicherung typischerweise abdeckt
Der Leistungsumfang einer Dauercampingversicherung orientiert sich in weiten Teilen an dem, was auch eine klassische Hausratversicherung leistet, ist aber für Dauercamper angepasst. Abgedeckt sind Schäden durch Feuer, Blitzschlag und Explosion, die gerade bei kompakten Wohnwagen mit ihrer engen Elektrik ein reales Risiko darstellen. Ebenso eingeschlossen ist der Diebstahl von Hausrat, sowohl durch Einbruch in den Wohnwagen als auch, je nach Tarif, durch einfachen Diebstahl aus dem Vorzelt oder vom Stellplatz. Sturm- und Hagelschäden gehören ebenfalls zum Standardumfang, was angesichts der exponierten Lage vieler Campingplätze und der vergleichsweise leichten Bauweise von Wohnwagen von besonderer Bedeutung ist. Auch Schäden durch Leitungswasser, etwa durch ein geplatztes Rohr oder eine undichte Verbindung, sind meist mitversichert. Vandalismus wird von manchen Anbietern automatisch eingeschlossen, häufig aber auch als optionaler Zusatzbaustein angeboten, den man bei Bedarf gesondert dazubuchen kann.
Typische Ausschlüsse und Fallstricke
So umfassend der Schutz einer Dauercampingversicherung auch sein mag, es gibt Punkte, die man bei Vertragsabschluss genau prüfen sollte. Für Wertsachen wie Bargeld, Schmuck oder hochwertige Elektronik gelten häufig deutlich niedrigere Entschädigungsgrenzen als für den übrigen Hausrat, was insbesondere bei Fahrrädern, Sportgeräten oder teuren Kameras schnell zu einer Unterdeckung führen kann, wenn man die Höhe dieser Grenzen nicht kennt. Auch grobe Fahrlässigkeit, etwa wenn Türen oder Fenster über längere Zeit unverschlossen bleiben, kann dazu führen, dass der Versicherer die Leistung kürzt oder verweigert. Viele Policen knüpfen den Versicherungsschutz zudem an bestimmte Sicherungsauflagen, etwa den Einsatz eines Deichselschlosses oder eines Achsschlosses während der Abwesenheit, deren Nichteinhaltung im Schadensfall zum Problem werden kann. Es lohnt sich daher, die Vertragsbedingungen genau zu lesen, statt sich allein auf den beworbenen Leistungsumfang zu verlassen.
Wichtige Vertragsdetails
Bei der Wahl einer Dauercampingversicherung spielen einige technische Details eine wichtige Rolle für den tatsächlichen Schutzumfang. Die Versicherungssumme sollte realistisch dem tatsächlichen Wert des Hausrats entsprechen, denn nur dann greift ein möglicher Unterversicherungsverzicht, der im Schadensfall verhindert, dass die Leistung anteilig gekürzt wird, weil die vereinbarte Summe zu niedrig angesetzt wurde. Der Selbstbehalt, also der Betrag, den man im Schadensfall selbst trägt, beeinflusst direkt die Höhe der Prämie und sollte so gewählt werden, dass er im Ernstfall auch tatsächlich verkraftbar ist. Ein zentraler Vorteil der Dauercampingversicherung gegenüber saisonalen Alternativen liegt, wie bereits erwähnt, in der ganzjährigen Absicherung, die gerade bei einem fest stehenden Wohnwagen unverzichtbar ist, da dieser eben nicht nur während der Saison, sondern das ganze Jahr über Risiken wie Sturm, Einbruch oder Witterungsschäden ausgesetzt ist. Nicht zuletzt verlangen die meisten Versicherer die genaue Angabe der Dauerstellplatz-Adresse, da sich danach auch das individuelle Risiko und damit die Prämienhöhe bemisst.
Besonderheiten des Dauerstellplatzes
Der feste Stellplatz bringt einige Besonderheiten mit sich, die über die reine Hausratfrage hinausgehen. Zum einen sollte man den eigenen Versicherungsschutz immer im Zusammenspiel mit dem Campingplatzvertrag und der jeweiligen Platzordnung betrachten, da manche Betreiber selbst bestimmte Mindestanforderungen an die Absicherung oder Sicherung der Stellplätze stellen. Zum anderen stellt sich auf einem Dauercampingplatz, wo Wohnwagen oft in dichter Nachbarschaft zueinander stehen, verstärkt die Frage der Haftpflicht. Während die Dauercampingversicherung im Kern die eigenen Sachen schützt, regelt der Haftpflichtbaustein, was passiert, wenn durch einen Schaden am eigenen Wohnwagen oder Grundstück Schäden bei Nachbarn oder Dritten entstehen. Viele Platzbetreiber machen zudem bestimmte Sicherungsvorgaben, etwa den Einsatz von Schlössern oder Alarmanlagen, zur Voraussetzung für die Belegung des Stellplatzes, und diese Vorgaben decken sich häufig mit den Anforderungen, die auch der Versicherer für einen ungekürzten Schadensersatz stellt.
Kostenfaktoren der Prämie
Die Höhe der Prämie für eine Dauercampingversicherung hängt von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste ist der Wert des zu versichernden Objekts, denn je höher die vereinbarte Versicherungssumme, desto höher fällt in der Regel auch der Beitrag aus. Die Wahl des Selbstbehalts wirkt sich ebenfalls unmittelbar auf die Prämie aus, ein höherer Selbstbehalt senkt in der Regel den Beitrag, erhöht aber das eigene finanzielle Risiko im Schadensfall. Nicht zuletzt schlagen optionale Zusatzbausteine wie ein erweiterter Vandalismusschutz, eine höhere Deckung für Fahrraddiebstahl oder zusätzlicher Schutz bei Naturgefahren wie Überschwemmung mit einem Aufpreis zu Buche, sind aber je nach individueller Situation durchaus sinnvoll.
Verhalten im Schadensfall
Kommt es trotz aller Vorsorge zu einem Schaden, ist schnelles und korrektes Handeln wichtig, damit die Versicherung tatsächlich den Schaden deckt. Bei Diebstahl oder Einbruch sollte umgehend die Polizei eingeschaltet und eine Anzeige erstattet werden, da der Versicherer diese in der Regel als Nachweis verlangt. Der Schaden sollte so gut wie möglich dokumentiert werden, etwa durch Fotos der beschädigten oder entwendeten Gegenstände sowie durch Kaufbelege oder andere Nachweise über deren Wert. Die meisten Versicherungsverträge sehen enge Fristen für die Meldung eines Schadens vor, weshalb man den Vorfall dem Versicherer möglichst zeitnah mitteilen sollte, um keine Ansprüche zu gefährden. Wer bereits im Vorfeld eine Inventarliste mit Kaufdaten und ungefähren Werten seines Hausrats geführt hat, tut sich im Schadensfall deutlich leichter, den tatsächlichen Zeitwert der betroffenen Gegenstände nachzuweisen.
